Gedanken: Ist die Reichweitenlüge wirklich eine Lüge oder eher eine Konsequenz auf die Art, wie ei…

Gedanken: Ist die Reichweitenlüge wirklich eine Lüge oder eher eine Konsequenz auf die Art, wie ein Netzwerk funktioniert?

Vor einiger Zeit habe ich gelernt, dass es auf Plattformen wie Twitter üblich war, allen möglichen und unmöglichen Accounts zu folgen. Dabei war nicht entscheidend, ob eine Beziehung zu diesen Accounts besteht oder aufgebaut werden soll. Wichtig war vielmehr die Hoffnung, von dem anderen Account zurück verfolgt zu werden. Auf diese Weise sammelten sich in kürzer Zeit große Kontakthaufen an. Ich habe mir sagen lassen, dass es nicht unüblich war, auf diese Weise 2- oder 5-tausend Kontakte zu pflegen. Das wird selbstverständlich nicht die Regel gewesen sein, lag aber im Bereich des Möglichen.

Wenn man nun bedenkt, was passieren würde, wenn 1/5 dieser 2-5 Tausend Accounts regelmäßig etwas posten, dann dürfte die Timeline vermutlich so ausgesehen haben, wie die öffentliche Timeline auf einem Fediverse-Server. Themen und Menschen verschwimmen hinter einem Brei von Botschaften, die nur noch schwer zu fassen sind. Es braucht also ein wenig Kontinuität. Die Timeline wird künstlich verlangsamt und nur noch wenige statt alle Beiträge werden in der Timeline sichtbar.

In dem Fall stellt sich natürlich die Frage: Welche Beiträge werden angezeigt, welche nicht oder später oder in einer anderen Sicht. Der Algorithmus ist geboren.
Ist das nun schlecht oder eine logische Reaktion auf das ungebremste Verlangen, möglichst vielen Menschen zu folgen, damit man sich selbst einen Vorteil verschafft? Reichweite erzeugen! Worin besteht die Lüge?

Ein Problem wird es doch erst dann, wenn der Algorithmus invasiv wird, nicht deaktiviert werden kann oder für andere Zwecke verwendet wird, als nur die Timeline auf ein erträgliches Maß an Geschwindigkeit herunter zu drehen, und wenn der Nutzende keinen Einfluss auf die Ausgestaltung des Algorithmus hat.

Wo liegt mein Gedankenfehler?

[‚loma]

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